Verhütung

Das meist verwendetet Verhütungsmittel ist die Pille. Über die Hälfte der Deutschen wählt diese Methode. Mit rund 19% folgt das Kondom - die Spirale steht an dritter Stelle der Beliebtheitsskala.

Die Empfängnisverhütung spielte schon im ägyptischen Reich eine Rolle. Honig, Bleisalben oder Steinsalz wurden - wie heute erforscht ist sogar nicht ganz zu Unrecht - zur Verhütung eingesetzt. Das erste Kondom ist nachweislich im Jahre 1605 benutzt. Die Hormonpille ist seit 1961 auf dem deutschen Markt erhältlich.

Methoden der Empfängnisverhütung

Es gibt grundsätzlich drei Varianten sich vor einer Schwangerschaft zu schützen:

  • Die Entstehung einer befruchtungsfähigen Eizelle verhindern
  • Das Befruchten der Eizelle verhindern
  • Das Einnisten einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutter verhindern

Ausschlaggebend für die Wirksamkeit und Sicherheit der verschiedenen Methoden ist die korrekte Anwendung. Der sogenannte Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen - die das entsprechende Verhütungsmittel verwenden - innerhalb eines Jahres schwanger werden.

Natürliche Empfängnisverhütung

Bei diesen Methoden werden die fruchtbaren Tage ermittelt um in dieser Zeit dann enthaltsam zu sein oder aber auch andere Maßnahmen einzusetzen. Nachteil: Hierbei gibt es keinerlei Schutz vor Krankheiten.

Temperatur-Methode: Pearl Index: 0,8 - 3

Durch Messung der Temperatur am Morgen über einen Menstruationszyklus werden die fruchtbaren Tage der Frau eingegrenzt. Diese Variante kann auch genutzt werden um bewusst schwanger zu werden und die "wahrscheinlich" fruchtbaren Tage zu nutzen.

Hormon Messung: Pearl-Index: 5 - 6

Mit einem Teststreifen wird der Morgenurin auf Hormone untersucht und somit der Eisprung bestimmt.

Billings-Methode: Pearl-Index: 5 - 15

Der Schleim des Muttermundes wird jeden Tag untersucht. Die Beschaffenheit verändert sich vor dem Eisprung. In der unfruchtbaren Phase ist der Zervikalschleim dickflüssig - je näher der Eisprung kommt, desto flüssiger wird er.

Symptothermale Methode: Pearl-Index: 0,26 - 2,2

Diese Methode ist schlicht eine Kombination aus der Temperatur-Methode und der Billings-Methode.

Knaus-Ogino: Pearl-Index: 9 - 40

Durch Protokollierung des Menstruationszyklus werden der Eisprung, die fruchtbaren und die unfruchtbaren Tage bestimmt. Diese Methode ist jedoch nicht empfohlen, da der Zyklus zu ungenau bestimmt werden kann.

Verhütungscomputer: Pearl-Index: 0,5 - 6

Mit dem Zykluscomputer wird die Fruchtbarkeit der Frau nach Analyse protokolliert. Hormone, Temperatur und die Konsistenz der Gebärmutterschleimhaut werden festgehalten und ausgewertet. Der Computer zeigt fruchtbare und unfruchtbare Tage an. Er kann somit auch zur Familienplanung genutzt werden. Der Pearl Index schwankt je nach verwendeten Gerät stark!

Coitus interruptus: Pearl-Index: 4 - 18

Bei dieser Methodik wird der Geschlechtsverkehr kurz vor der Ejakulation unterbrochen, sodass diese außerhalb der Vagina stattfindet. Sexueller Frust ist keine Seltenheit bei dieser Methode, da der Sexualakt unterbrochen werden muss.

LAM (Stillinfertilität): Pearl-Index: 2

Beim Stillen wird der Eisprung der Frau unterdrückt. Jedoch darf nicht zu gefüttert werden sowie kein Schnuller genutzt werden, da die Saugfrequenz die entscheidende Rolle spielt. Das Baby muss alle 4 Stunden gestillt werden. Als Faustregel kann man sagen die LAM beginnt ab dem 56. Tag nach der Geburt - sofern bis dorthin noch keine Menstruation eingesetzt hat - und reicht bis 6 Monate nach der Geburt. Bei wem diese Methode funktioniert gibt keinerlei Einschränkungen zu verschmerzen.

Mechanische Methoden

Bei folgenden Empfängnisverhütungsmitteln ist das Ziel den Kontakt des männlichen Spermas mit der weiblichen Eizelle zu verhindern.

Kondom: Pearl-Index: 2 - 14

Das Kondom ist eine Hülle aus Latex - es gibt aber auch andere Materialien - die über den Penis gestreift wird. Es ist das fast einzige Verhütungsmittel das zugleich auch gegen sexuell übertragbare Krankheiten schützt. Kondome werden teilweise als unangenehm empfunden - als nicht gefühlsecht. Das Überziehen an sich wird oft als Störfaktor betrachtet.

Femidom: Pearl-Index: 5 - 25

Das "Kondom für die Frau" schützt ebenfalls vor Krankheiten. Es wird in die Vagina eingeführt, wobei das Ende den äußeren Scheidenbereich mit abdeckt. Der Geschlechtsverkehr muss nicht unterbrochen werden, da das Femidom bis zu 10 Stunden vorher eingeführt werden kann. Es kann wie das Kondom als "Gefühlshemmend" wirken. Zusätzlich sollte ein Gleitmittel vewendet werden.

Diaphragma (Scheidenpessar): Pearl-Index: 1 - 20

Das Diaphragma ist eine Schalenförmige Kappe aus Latex oder Silikon und wird in die Vagina eingeführt. Es verhindert das Eindringen von Sperma in die Gebärmutter - durch den Muttermund. Um einen ausreichenden Schutz zu bieten, muss zusätzlich eine Verhütungscreme verwendet werden. Das Diaphragma muss mind. 8h - darf längstens 24 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr in der Vagina bleiben.

Portiokappe: Pearl-Index: 2 - 18

Die Portiokappe wird als Verschluss auf den Muttermund gestülpt. Auch hier muss zusätzlich ein Spermizid verwendet werden um die Wirksamkeit zu sichern. Für eine geneigte od. geknickte Gebärmutter ist die Kappe nicht geeignet. Die Portiokappe muss 8h nach dem Geschlechtsverkehr eingesetzt bleiben. Das Einsetzen muss mit dem Frauenarzt geübt werden.

LEA contraceptivum: Pearl-Index: 15

Diese Barriereverhütungsmethode verhindert ebenfalls - wie Diaphragma und Portiokappe - das Eindringen des Spermas in die Gebärmutter. Das LEA saugt sich am Muttermund fest. Der Pearl-Index ist sehr ungenau. Nicht nur weil die bisherigen Studien nur ein halbes Jahr dauerten, sondern auch weil es wenige Teilnehmer waren. LEA muss mind. 8h nach dem Verkehr im Körper bleiben und kann insgesamt bis zu 48h eingesetzt sein.

Hormonelle Verhütung

Bei den hormonellen Verhütungsmethoden wird der Eisprung unterdrückt.

Antibabypille: Pearl-Index: 0,3 - 8

Mit der täglichen Einnahme der Pille und dessen Östrogenen wird die Reifung der Folikel gebremst und somit der Eisprung verhindert bzw. in den fruchtbaren Tagen wird die Einnistung einer Eizelle verhindert sollte es doch zum Eisprung gekommen sein. Durchfall, Einnahme von Antibiotika oder Erbrechen können die Wirkung herabsetzten. Beim Geschlechtsverkehr gibt es keine Einschränkung. Jedoch kann es zu Nebenwirkungen durch die Hormoneinnahme kommen.

Minipille: Pearl-Index: 0,3 - 1,4

Die Minipille enthält keine Östrogenen, sondern nur Gestagene. Durch Sie wird das Gebärmutterhalssekret verdickt, um den Zugang der Spermien zur Gebärmutter zu verschließen. Neuere Präparate Hemmen zusätzlich den Eisprung. Durchfall, Einnahme von Antibiotika oder Erbrechen können die Wirkung herabsetzten. Beim Geschlechtsverkehr gibt es keine Einschränkung. Jedoch kann es zu Nebenwirkungen durch die Hormoneinnahme kommen.

Dreimonatsspritze: Pearl-Index: 0,3 - 1,4

Die Spritze enthält Gestagen und verhindert den Eisprung. Die Wirkung ist durch Durchfall oder Erbrechen nicht beeinträchtigt, jedoch durch einige Medikamente. Spontanes Absetzen ist nicht möglich. Beim Geschlechtsverkehr gibt es keine Einschränkung. Die Einnahme kann nicht vergessen werden.

Vaginalring: Pearl-Index: 0,25 - 1,18

Der Vaginalring verhindert durch Hormone (Östrogene und Gestagene) die durch die Vaginalschleimhaut aufgenommen werden, den Eisprung. Er bleibt 3 Wochen in der Vagina und wird dann für eine Woche entfernt. Die Monatsblutung setzt ein und nach einer Woche wird ein neuer Ring eingesetzt. Der Ring kann beim Sex stören. Jedoch ist es möglich ihn für 3 Stunden herauszunehmen ohne dass die Wirkung eingeschränkt wird.

Hormonpflaster: Pearl-Index: 0,72 - 0,9

Über die Haut werden Östrogene und Gestagene abgegeben. Die Verabreichung ist sehr gleichmäßiger als bei der Pille, es ist bei Durchfall/ Erbrechen sicherer als die Pille. Es wird 3x hintereinander für sieben Tage ein Pflaster auf die Haut geklebt. In der folgenden Woche Pause setzt die Monatsblutung ein. Einschränkungen für den Geschlechtsverkehr gibt es hier keine

Verhütungsstäbchen: Pearl-Index: 0 - 0,08

Das Kunststoffstäbchen wird unter die Haut im Arm gesetzt wo es dann seine Gestagene an den Körper abgibt. Das Stäbchen schützt für 3 Jahre vor einer Schwangerschaft. Zur Beendigung der Empfängnisverhütung entfernt der Arzt es wieder. Es wird empfohlen, vorher zum Testen eine Minipille einzunehmen; diese hat den gleichen Wirkstoff.

Hormonspirale: Pearl-Index: 0,16

Der 3 cm lange T-förmige Kunststoffkörper wird in die Gebärmutter eingesetzt und gibt dort Gestagene ab. Mit Kontrollfäden kann die Patientin selbst ertasten, ob die Spirale noch richtig sitzt. Die Spirale bleibt bis zu 5 Jahre in der Gebärmutter.

Die Pille danach

Da die Pille danach den natürlichen Menstruationszyklus stört, ist sie nicht zu regelmäßigen Empfängnisverhütung geeignet. Sie hemmt den Eisprung und vermindert die Anzahl der Spermien. Umstritten ist, ob die Pille danach die Einnistung einer schon befruchtetet Eizellen verhindert. Sie muss innerhalb 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Der Pearl-Index ist hier nicht Aussagekräftig. Die Wirkung der Pille danach hängt davon ab, zu welchem Zeitpunkt sie eingenommen wurde. Bei Einnahme innerhalb der ersten 24 Stunden, nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr, liegt die Rate der Schwangerschaft bei 0,4 %. Diese Rate steigt auf 1,2 % bei Einnahme am zweiten Tag und auf 2,7 % bei Einnahme am dritten Tag nach dem Verkehr.

Chemische Verhütungsmittel

Spermizide: Pearl-Index: 3 - 21

Spermizide töten Spermien ab. Diese können jedoch die Vaginalschleimhaut reizen. Es gibt verschiedene Gels, die nicht chemischer Basis sind sondern mit Milch- oder Zitronensäure wirken. Diese Produkte lähmen die Spermien lediglich; somit gelangen die Spermien nur sehr erschwert bis gar nicht in den Muttermund. Verhütungs-Cremes und Gels sollten immer in Kombination mit einer Barrieremethode angewendet werden - z. B. mit einem Kondom. Das Produkt muss 10 min vor dem Verkehr aufgetragen oder eingeführt werden. Es wirkt ungefähr eine Stunde, kann jedoch zu Brennen an den Genitalien führen.

Intrauterinpessare

Durch mechanische Reizung der Gebärmutterschleimhaut des eingesetzten Objektes, wird die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert, sowie die Beweglichkeit und Lebensdauer von Spermien herabgesetzt.

Kupferspirale: Pearl-Index: 0,9 - 3

Die Kupferspirale ist 2,5 bis 3,5 cm groß. Das T-förmige Plastik-Gebilde ist mit Kupferdraht (oder Kupfer und Gold) umwickelt. Am Ende der Spirale sind Rückholfäden befestigt die 1-2 cm aus dem Muttermund herausragen. Die Spirale bleibt 3-5 Jahre in der Gebärmutter. Keinerlei Einschränkung für den Geschlechtsverkehr.

Kupferkette: Pearl-Index: 0,1 - 0,5

Im Gegensatz zur Spirale hat die Kupferkette kein Kunststoffgerüst. Die an einem Faden aufgereihten Kupferringe werden im Gewebe der Gebärmutter fixiert. Durch die variable Anzahl der Kupferringe ist diese Variante auch für junge Frauen mit einem kleinen Uterus geeignet. Die Kette bietet für 5 Jahre Schutz und greift nicht in den Zyklus der Frau ein.

Chirurgische Methoden

Vasektomie (Sterilisation des Mannes)

Bei der Vasektomie wird ein 1-3 cm langes Stück des Samenleiters entfernt und die Enden verödet. Somit gelangen keine Spermien mehr vom Hoden durch das Ejakulat nach außen. Pearl-Index: 1 von 400 Frauen wird nach solch einem Eingriff schwanger.

Sterilisation der Frau

Für die Sterilisation der Frau werden entweder die Eileiter abgebunden, ein Teil der Eileiter entfernt oder der Fransentrichter der Eileiter entfernt. Der Eisprung findet weiterhin statt. Das Ei wird in der Bauchhöhle vom Körper abgebaut.
Pearl-Index: 0,1 – 0,3

Pflanzliche Verhütung

Mit der Mexican Wild Yam (Mexikanische Wilde Yasminwurzel) können Menstruationsbeschwerden gelindert werden. Je nach Dosierung dient sie auch als natürliches Verhütungsmittel oder zur Hormontherapie in den Wechseljahren. Durch die Planze entsteht ein Film in der Vagina, an dem die Spermien abrutschen und sich nicht halten können - somit nicht bis zur Gebärmutter hoch gelangen können.

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