Das Römische Reich

Der Sage nach wurde Rom im Jahre 753 v. Chr. durch Romulus und Remus gegründet. Die Stadt wurde in den nächsten beiden Jahrhunderten durch ausländische Könige regiert, von denen die meisten aus dem Sabinerland oder anderen Gegenden Latiums stammten. Um Rom gegen Feinde zu schützen, ließ König Servius Tullius 550 v. Chr. eine Mauer um die Stadt errichten.

Ende der Fremdherrschaft

Die Fremdherrschaft wurde mit Vertreibung des letzten Königs Tarquinius Superbus 510 v .Chr. aufgehoben. Die neue Staatsform orientierte sich an der der Griechen und war republikanisch. Da aber die Amtsträger allesamt Patrizier waren, konnte man sie als Adelsrepublik bezeichnen. 200 Jahre lang kämpften die Plebejer (das einfache Volk) um eine Besserstellung. Schließlich machten die Patrizier Zugeständnisse und erteilten den Plebejer die ersehnten Ämter. Etwa ab dem Jahre 360 v. Chr. erlangten die Plebejer die volle politische Gleichberechtigung.

Das Ergebnis der inneren Einigung war eine zunehmende Expansion nach Außen. 509 v. Chr. wurde der erste Handelsvertrag mit Karthago geschlossen, 396 v. Chr. konnten die Etrusker endgültig besiegt und das "gewonnenen" Land für die Ansiedlung der enorm wachsenden Bevölkerung genutzt werden. Dies blieb aber nicht ohne Gegenwehr der Städte in den fruchtbaren Regionen von Latium und Campanien. Nach langen Kämpfen wurden die Latiner in den römischen Staatsverband integriert. Zu diesem Zeitpunkt war Rom zwar noch keine Großmacht, dennoch beherrschte die Stadt ganz Mittelitalien und übte durch die staatliche Geschlossenheit gewaltigen Druck auf die umliegenden Gebiete aus.

Der Aufschwung Roms

Sizilien wurde zur ersten römischen Kolonie, nachdem Karthago die Insel in Folge des ersten Punischen Krieges (264 bis 241 v. Chr.) nach der Niederlage der Flotte verlassen musste. In den nächsten Jahren kamen weitere Provinzen mit Sardinien, Korsika, Dalmatien und Oberitalien hinzu. Weder Rom noch Karthago büßten durch diesen ersten Krieg an Macht ein, also wurde der zweite Punische Krieg (218 bis 201 v. Chr.) noch gewaltsamer geführt. Der Krieg begann mit der Zerstörung der spanischen Stadt Sagunt, mit der die Römer verbunden waren. Um den Krieg ins italienische Gebiet zu verlegen, überquerte Hannibal mit seiner Armee die Alpen. Mehrmals wurden die Römer vernichtend geschlagen, doch gelang es ihnen nach und nach, die verlorenen Städte zurückzugewinnen.

Der Aufschwung Roms hatte allerdings schwerwiegende Folgen für die Struktur des Stadtstaates. Nach den zahlreichen Kriegen waren die Kleinbauern ruiniert und gezwungen, ihr Ackerland an reiche Großgrundbesitzer zu verkaufen. Statt Getreide wurde dort nun mit Hilfe von Sklaven Öl und Wein angebaut. Die verarmten Bauern zogen in die Städte und bewohnten die Slums. Anders als die Bauern hatten die Eques (Mitglied eines Standes mit besonderen Vorrechten) als Händler, Großunternehmer oder Bankiers am Krieg verdient und standen den Patriziern als Statthalter kaum noch etwas nach. Sie sorgten gleichwohl für die schamlose Ausbeutung zahlreicher Provinzen, wodurch die Ausgestaltung Roms sichergestellt wurde. Die Plebejer hatten jetzt kaum noch Mitspracherecht, was zu Chaos und Anarchie führte.

Gaius Iulius Caesar und der Untergang Roms

60 v. Chr. verbündete sich Pompeius mit Caesar und Crassus zum ersten Triumvirat. Die drei Männer und ihre Anhänger hatten nun die Macht, nicht mehr die gesetzlichen Einrichtungen. Zwischen 58 und 51 v. Chr. eroberte Caesar Gallien und schlug die Germanen bis über den Rhein zurück. Als Diktator auf Lebenszeit gab Caesar Rom eine neue Ordnung. Jedoch verstummten die Gegner von Caesars Alleinherrschaft nicht. Unter der Führung von Brutus und Cassius fiel Caesar 44 v. Chr. einem Mordanschlag zum Opfer. Danach verbündeten sich Marcus Antonius, Gaius Octavius und Lepidus zum zweiten Triumvirat. Durch die gewonnene Seeschlacht wurde Octavian 31 v. Chr. zum Alleinherrscher über die römischen Gebiete und bekam den Titel Augustus verliehen. Er begann das Römische Reich von Grund auf zu erneuern, ohne die Grundfesten der Traditionen zu zerstören.

Viele Jahre später geriet der Westteil des Reiches unter immer größeren Druck eindringender Germanenstämme. 410 n. Chr. gelang dem Westgotenkönig Alarich die Eroberung Roms. Allerdings verbündeten sich die Germanen und die Römer gegen die Hunnen und schlugen sie in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern. Nach dem Untergang des Westteils verstand sich Ostrom als Erbe des Römerreichs. Jedoch verhinderte der Einfall der Slawen auf dem Balkan und der schwierige Iustinianus gewann zwischen 527 und 565 die verlorenen Provinzen im Westen zurück, seine Armeen vernichteten die neugegründeten Germanenreiche in Afrika und Italien. Das Reich bestand noch 1000 Jahre als Byzantinisches Reich fort. Durch die Kreuzzüge wurde das Reich zunehmend geschwächt und hatte schließlich dem Ansturm der Osmanen 1453 nichts mehr entgegenzusetzen.

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