Dreißigjähriger Krieg

Wie lange dauerte der Dreißigjährige Krieg? Tatsächlich dauerte er genau 30 Jahre - und zwar von 1618 bis 1648.

Prager Fenstersturz

Der Begriff Dreißigjähriger Krieg ist eine Sammelbezeichnung für mehrere Kriege, die  zwischen den Jahren 1618 und 1648 in Europa herrschten. Begonnen hat die Epoche mit dem Prager Fenstersturz (1618), geendet hat sie mit dem Westfälischem Frieden (1648).

Zu kriegerischen Auseinandersetzungen kam es zwischen Polen und Schweden, in den Niederlanden, zwischen Schweden und Dänemark, Frankreich und Spanien, aber auch in England, auf der Iberischen Halbinsel und Süditalien.

Böhmisch-Pfälzische Krieg

Die erste Phase des Dreißigjährigen Krieges – auch der Böhmisch-Pfäzische Krieg genannt - wurde durch die evangelischen Stände im Königreich Böhmen ausgelöst, die gegen den habsburgischen Monarchen Ferdinand II. rebellierten. Sie warfen zwei königliche Statthalter aus dem Fenster des Hradschins und wählten den Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz zum neuen König (1619). Daraufhin schloss Ferdinand II. mit Herzog Maximilian von Bayern einen Pakt zur Rückeroberung Böhmens. Der Krieg weitete sich aus, weil Maximilian von Bayern die Oberpfalz und Heidelberg (1622) erobern ließ. 1623 wurde Maximilan von Bayern durch Kaiser Ferdinand II. zum Kurfürsten ernannt, der selbst seine monarchische Stellung ausbaute.

Albrecht von Wallenstein

1625 ließ sich König Christian IV. von Dänemark zum niedersächsischen Kreisobristen wählen und stellte ein Herr auf. Er unterlag allerdings gegen das 100.000 Mann starke Herr von Albrecht von Wallenstein. Christian IV. wurde nach Jütland gedrängt und schloss mit Wallenstein 1629 den Lübecker Frieden. Veranlasst durch die Pläne des Kaisers, eine kaiserliche Ostseeherrschaft zu errichten, griff König Gustav Adolf von Schweden ein und ließ die deutsche Küste kontrollieren. 1631 stieß er bis Mainz vor, ein Jahr später bis Süddeutschland und zog 1632 schließlich in München ein. (Schwedischer Krieg 1630-1635).

Westfälischem Frieden

1635 griff dann Frankreich in Person von Richelieu in die Kämpfe ein. Im Herbst 1636 siegten die Schweden gegen die kaiserlich-sächsische Armee. Die letzten Phasen des Krieges spielten sich überwiegend im Süden Deutschlands gegen die Franzosen und in Böhmen gegen die Schweden ab. Deutschland stand vor einer Niederlage. Kaiser Ferdinand II. musste nach der schweren Niederlage von 1645 bei Jankau erkennen, dass der Prager Frieden nicht durchzusetzen war. Die Einsicht kam, dass die Konflikte nicht mehr auf dem Schlachtfeld zu lösen war. So wurden ab 1644 Friedensverhandlungen geführt. 1648 konnte der Westfälische Frieden verkündet werden, womit die Ära des Dreißigjährigen Krieges endete.

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